Safety-Gate-Warnung: Hochvoltbatterien von Porsche gefährlich
Am 18. April 2025 veröffentlichte die Europäische Kommission eine Safety-Gate-Warnmeldung zu Personenkraftwagen aus Deutschland – konkret zu Fahrzeugen mit Hochvoltbatterien, wie sie unter anderem im Porsche Taycan verbaut werden. Die Warnung beschreibt eine Kombination gravierender Produktionsfehler, die das Brandrisiko über die Lebensdauer des Fahrzeugs erheblich erhöhen. Die Zellen stammen von LG Energy Solution. Hier der amtliche Wortlaut der EU-Meldung:
Produktbeschreibung: Personenkraftwagen
Ursprungsland: Deutschland
Risikoart: Feuer
Risikobeschreibung:
In einigen Hochvoltbatteriemodulen der Batterien wurde eine Kombination von Produktionsfehlern festgestellt (z. B. eine abgerissene Anodenlasche, eine gefaltete Kathodenlasche, eine abgelöste Kathode oder ein doppelter Riss im Beutel). Über die Lebensdauer des Fahrzeugs können diese Probleme zusammengenommen das Brandrisiko erhöhen.
Gesetzliche Bestimmungen (EU-Ebene):
Das Produkt entspricht nicht der Verordnung über die Genehmigung und Marktüberwachung von Kraftfahrzeugen und deren sicherheitsrelevanten Bauteilen.
Maßnahme:
Rückruf des Produkts von Endverbrauchern in mehreren europäischen Ländern, darunter Deutschland, Frankreich, Italien, Irland und Schweden.
Die Meldung ist nicht nur ein weiterer Baustein im andauernden Rückrufverfahren rund um den Porsche Taycan, sondern sie macht deutlich: Die Ursache liegt in der Zellstruktur selbst, nicht nur in einer fehlerhaften Integration oder Steuerung.
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EU Safety Portal warnt vor E-Autos
Tausende Porsche-Fahrer betroffen: Rückrufe seit 2024
Bereits im Oktober 2024 startete Porsche einen Rückruf für weltweit über 39.000 Taycan-Fahrzeuge – davon mehr als 2.000 in Deutschland. Die Fahrzeuge sind mit Hochvoltbatterien ausgestattet, deren Zellen von LG Energy Solution geliefert wurden. Der Rückruf erfolgt unter dem Code ARB6. Porsche reagierte mit einer Diagnosesoftware, regelmäßigen Werkstattkontrollen und einer empfohlenen Ladebegrenzung auf 80 Prozent. Auch in Großbritannien wurde der Verkauf betroffener Modelle zeitweise gestoppt.
Die aktuelle EU-Warnung macht nun deutlich: Die betroffenen Zellmodule sind baulich mangelhaft, mit strukturellen Schwächen, die über Jahre hinweg zur Gefahr werden können.
LG-Heimspeicher für PV-Anlagen mit Sicherheitsproblemen
Nicht nur im Bereich der E-Mobilität steht LG Energy Solution im Fokus: Auch die weit verbreiteten Heimspeicher für Photovoltaik-Anlagen des Herstellers bereiten seit Jahren Sicherheitsprobleme.
Die Modelle der RESU-Serie, insbesondere RESU7H und RESU10H, wurden weltweit von Behörden als brandgefährlich eingestuft. So verzeichnete die US-Verbraucherschutzbehörde (CPSC) mehrere Rückrufe, in Australien ordnete die ACCC eine sofortige Abschaltung tausender Systeme an. Auch in Deutschland sind Verbraucher betroffen.
In einer Field Safety Notice vom 16. Februar 2024 forderte LG betroffene Kunden offiziell auf, ihre Speicher umgehend abzuschalten. Als Ursache wurde das Risiko eines thermischen Durchgehens (thermal runaway) identifiziert – mit potenziell fatalen Folgen.
LG bietet seither Diagnose-Software, Ferndeaktivierung und Ersatzsysteme an. Die Kommunikation sei laut Medienberichten jedoch unzureichend, und viele Kunden fühlen sich alleingelassen.
Dr. Stoll & Sauer: Parallele Fehler bei LG-Batterien – rechtlich relevant
Ob in Fahrzeugen oder auf dem Hausdach – LG-Zellen weisen strukturelle Sicherheitsmängel auf, die nicht nur Rückrufe, sondern Rechtsansprüche der Verbraucher begründen, betonte die Kanzlei Dr. Stoll & Sauer. Besonders kritisch sei, dass die Fehler identisch seien:
- Zellrisse, Laschenschäden, Materialversagen
- Überhitzung, Kurzschluss und Brandrisiko
- Reaktion durch Software statt sofortigem Austausch
Betroffene sollten dringend prüfen lassen, ob Ansprüche auf:
- Schadensersatz
- Nutzungsausfall
- Minderung oder Rücktritt
- Produkthaftung auch nach Ablauf der Garantie
bestehen.
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